
Waschzettel:
Mit „Kafkas Schaukel“ legt Anke Hüper
nach „Kafkas Maus“ (2024) und „Kafkas Brücke“ (2025)
einen weiteren Band zu einem Text von Franz Kafka vor.
„Kinder auf der Landstraße“ erzählt von
nächtlichen Abenteuern in einer Traumwelt.
Dieses Mal lässt die Autorin
eine dritte Person auf den Text los.
Mit wissenschaftlichem und poetischem
Handwerkszeug ausgestattet,
sucht diese fiktive Kundschafterin einen neuen Zugang.
Dazu stürzt sie sich mit allen Sinnen in das Geschehen
und begleitet den Ich-Erzähler auf seinen
abschüssigen Wegen
vom Dorf zur Narrenstadt.
Sie schlüpft nicht nur in seine Rolle als Einzelgänger,
sie lässt sich auch vom Sog des Schwarms mitreißen,
sondert sich wieder ab, sinkt mit in die metaphysischen Tiefen
des Straßengrabens und löst sich dort fast auf.
Wieder und wieder geht sie in der kollektiven Ekstase aus
Geschwindigkeit und Gesang auf,
bis sie sich mit ihm für den eigenen Weg entscheidet.
Die Schaukel wird zur Schlüsselmetapher
in dieser Neuinszenierung.
